Christoph 4 fliegt 800.000sten Einsatz für die orangefarbene Flotte des BBK

Verkehrsunfälle, Notfälle mit Kindern oder Traumata – wenn jede Minute zählt, sind Rettungshubschrauber bei der Versorgung schwer Verletzter oder Erkrankter unverzichtbar. Jeder Einsatz erfordert maximale Konzentration von Pilot und medizinischem Team – nicht selten geht es um Leben und Tod. Um im Ernstfall auf den Punkt reagieren zu können, trainieren Deutschlands Luftretter regelmäßig am Luftrettungssimulator Christoph-Life in der SAN-Arena der Johanniter-Akademie Niedersachsen/Bremen am Campus Hannover. Ins Leben gerufen haben das Projekt die TraumaStiftung in Hannover und der Landesverband Niedersachsen/Bremen der Johanniter-Unfall-Hilfe e.V. (JUH) im Jahr 2009. Zahlreiche Persönlichkeiten aus Kultur, Wirtschaft und Politik haben das Projekt unterstützt, finanziert und mit weiterentwickelt.
Rund 190 Luftretter sind in den vergangenen Jahren in dem Simulator – eingebaut in einen ehemaligen Hubschrauber der spanischen Guardia Civil – speziell ausgebildet worden. Ebenfalls profitieren die Notfallsanitäter-Schüler in ihrer dreijährigen Berufsausbildung an der Johanniter-Akademie von dieser Einrichtung.

Zur Feier des zehnjährigen Jubiläums am 11. Dezember betonte Christoph Unger, Präsident des Bundesamts für Bevölkerungsschutz und Katastrophenhilfe und gleichzeitig auch Pate von Christoph Life: „Um die Bevölkerung bestmöglich zu schützen, muss das Zusammenspiel der in der Luftrettung beteiligten Akteure auch für besondere und nicht alltägliche Ereignisse, so genannte dynamische Schadenlagen mit einer Vielzahl von Verletzten eingeübt werden. Christoph Life leistet dazu seit zehn Jahren einen wesentlichen Beitrag.“
Hannes Wendler, Mitglied im Landesvorstand der Johanniter-Unfall-Hilfe Niedersachsen/Bremen, lobte den technischen Fortschritt des Luftrettungssimulators in den vergangenen Jahren: „Mit dem Christoph Life haben wir eine Art der Ausbildung für Rettungshubschrauberbesatzungen entwickelt, die auch nach zehn Jahren immer noch hochaktuell ist. Wir nutzen modernste Technik, um auch in der Ausbildung der Rettungskräfte immer auf Stand der neusten Entwicklungen der Rettungsmedizin zu sein.“
Der heutige JUH-Bundesvorstand Thomas Mähnert und damalige Landesvorstand in Niedersachsen/Bremen war einer der Hauptbeteiligten in der Realisierung des Vorhabens. „Als wir vor Jahren das Projekt Christoph Life erdacht haben, stand die Verbesserung der Patientenversorgung im Vordergrund. Dafür mussten einige Hürden überwunden werden: Wie finanzieren wir das Großprojekt? Woher bekommen wir einen ausgemusterten Helikopter? Wer baut den Simulator aus? Das sind nur einige der Fragen, denen wir uns gestellt haben. Gerade deshalb freue ich mich sehr, dass wir heute das zehnjährige Bestehen des Christoph Life in Hannover feiern können,“ sagte Thomas Mähnert.
Dr. Christian Macke, ärztlicher Leiter vom hannoverschen Luftretter Christoph 4: „Der Christoph Life hat eine große Bedeutung in der Ausbildung der Rettungshubschrauberbesatzungen bundesweit. Unter nahezu realen Bedingungen trainieren wir die eindeutige und zielgerichtete Kommunikation zwischen den unterschiedlichen Einsatzkräften: Pilot, Notfallsanitäter, Notärzten und Einsatzkräften am Boden. Die größte Herausforderung dabei: Wir müssen uns im Einsatz schnell zusammenfinden. Eine eindeutige Kommunikation ist da von zentraler Bedeutung, um die Patienten bestmöglich versorgen zu können.“

 

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